miteindander 2

ich stehe vorne. irgendwo. an einem platz der irgendwie überhaupt nicht meiner zu sein scheint. wie bin ich bloß hier her gekommen? vor mir eine menge von leuten. sitzend. redend. auf sich konzentriert. lachend. was ist das? ich habe das schon — irgendwo gesehen. irgendwoher kenn ich dieses bild. woher nur? meine stirn legt sich in runzeln. ich kann sie spüren. wie sich die partie zwischen den augen verengt. unmerklich für einen außenstehenden. aber für mich kombiniert mit einem gefühl der irritation. des dejavues. u des auf dem schlauchstehns. der bekanntheit u fremde in einem. die sekunden ziehen sich zum stundenbrei. — u dann in einer millisekunde fällt der groschen, der brei expodiert u versaut alle umliegenden wände. die augen weiten sich. angstbegründet: o mein gott! OMG! ich stehe auf einer kanzel. der boden unter mir wankt. Die wände drehen sich. gegeneinander. u mir wird schlecht. wie konnte das passieren? Wie komme ich hier her? die wände hören nicht auf sich zu drehen u es entstehen schlieren von brei in der wandfarbe. atme ein. tief. NEIN. warte! atme aus. alle luft muss raus. mehr ausatmen als ein. beruhige dich. die wände hören nicht auf. die schlieren sind mit der farbe schon eine hässlichen braunliäson eingegangen. was um alles in der welt soll ich hier? 

du hältst den gottesdienst! 

was? spinnst du? ich bin kein pfarrer. u ich wollte das auch nie sein. alles andere als das. ich — äh — ich — — habe komische gefühle gegenüber der kirche. ich mag diese lieber garnicht erst zu papier bringen. am liebsten möchte ich darüber garnicht nachdenken wie ich gegenüber der kirche sehe. oder gegenüber dem staat. egal welcher vereinigungen. ich möchte mit sowas sowenig wie möglich intensiv zu tun haben. also möchte ich auch kein pfarrer sein. oder jmd der hier in irgendeiner weise was zu sagen o zu tun hat. not me. 

u du hast gesagt du machst das. 

was? so ein quatsch. ich hab das nicht gesagt. mich hat nichtmal jmd danach gefragt. das war niemals ein Thema. keine frage. kein Gedanke. von mir u von sonst niemand. also bitte lasst mich in ruhe damit. ich — 

jetzt mach halt einfach was. es geht eh gleich los.

ich habe nichts. ich habe keine vorbereitung. kein skript. ich habe noch nichtmal darüber nachgedacht wie das hier geht. ich war schon lange nichtmehr hier. was soll ich denn machen? mich zum affen? sag mal ich glaub du hast nicht mehr alle tassen im schrank. wer bist du eigentlich? so eine scheis idee. wer kommt denn auf so einen — mir fehlen die worte. die die ich hab sind uncool. himmelherrgott. 

los. jetzt. 

uh. ah. alle menschen werden ruhig. u sie starren mich an. in mir entsteht das emoji das die augen weit aufreist. ich reise die augen weit auf. in mir entstehen episoden meines Lebens in denen ich unverhofft im mittelpunkt stand u in denen ich jedesmal komische dinge getan habe. nein nein nein. Uiuiuiu. hab ich das gerade gesagt? ah nein. ich hab s nur gedacht. die leute gucken noch wie gerade. ich klatsche mir mit der hand gegen die stirn. dann werfe ich mich theatralisch auf meine knie u schreibe mit weit aufgesperrtem mund u blick gen himmel wer hat die letzte Tomatensoßendose aus dem regal genommen? ach menno. es hilft alles nichts. immer noch gucken die Leute normal. u sind ruhig. vmtl ist das was gerade ausen passiert die kunstpause mit der ein redner die leute neugierig macht auf das was gleich kommen wird. innerlich wabbert der sekundenbrei. u dann implodiert er. die wände bleiben sauber: komm hopp du bist groß. los jetzt.

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