miteinander

dieses miteinander reist mich manchmal entzwei. meine ich. meine ich zu spüren. Ich habe die letzten tagen sehr viel erlebt. in den letzten monaten. eigentlich in den letzten jahren. die jahre rennen nur so dahin. meine ehe wurde geschieden u ich habe meinen sicheren job im staatsdienst hingeschmissen. obwohl ich die arbeit mit kindern liebe. egal ob lernen o spielen. ich finde beides gehört zusammen. u auch die eltern gehören dazu. mit beiden hatte ich eigentlich nie probleme. ich war in amerika, in israel u im bairischen wald. u ich wollte ins cafe — hatte aber meinen impfpass daheim liegen. hatte gedacht ihn daheim liegen gegelassen zu haben. dann —später — merkte ich als ich ihn zur arbeit mitnehmen wollte u ihn zuhause nicht finden konnte dass er immer noch in meinem rucksack steckte. seit meiner zweiten impfung. was wenn ich ihn verlieren würde? meinen gelben impfpass von vor 40 jahren. schon etwas zerfledert u von digitalisierung weit weit entfernt. was wenn er auf einmal weg wäre? unvorstellbar. unvorstellbar dass es nicht das händy ist dass solche alarmglocken anwirft beim durchspielen dieser szenarien. oder der geldbeutel. der schlüssel – egal wovon… 

er ist also noch da. u mein ständiger begleiter — mittlerweile hab ich ein digitales zertifikat. das letztemal habe ich beides nichtmalmehr vorgelegen müssen als ich beim italienischen eiscafe in böblingens mercaden einen kaffee bestellt habe. Ein simples geimpft hat gereicht um die verkäuferin zufrieden zu stellen. also sitze ich mit stöpseln im ohr. trinkend u schreibend. endlich mal wieder. beides kann therapeutische wirkung haben. für solche wie mich. eigentlich wollte ich ans jugendamt schreiben. weil die meine fortschrittliche arbeit für kinder u jugendliche mit u ohne dramatisierungen — entschuldigung: traumatisierungen im bereich leben u lernen nicht verstanden haben. wie das soviel nicht tun. ich mag vermuten weil die zeit fehlt. weitere vermutungen mag ich nicht machen. bzw dränge sie vehement aus meinem kopf wenn sie sich drohen aufzudrängen. neuerungen sind im so offenen u toleranten u fortschittlichen u weitsichtigen deutschland etwas schwer zu etablieren. va wenn es neues wäre die mit entspannung u spass fest planen. es ist zum verrückt werden. sagte mir doch eine dame vom amt auf die erfolgreiche beschreibung meiner arbeitsweise mit einem pflegekind u der bitte um zusammenarbeit bzw anstellung bzw kostenübernahme bzw offenheit durchs telefon wir verändern uns nicht. ohne mit der wimper zu zucken. ich frage mich ob sich diese menschen in zeiten der krisenanhäufung — muss ich sie tatsächlich nochmals aufzählen? ich denke wir wissen alle bescheid — ob sich manche menschen manchmal selber reden hören u ob sie dann hin u wieder innehalten u manchmal vlt sogar weiter denken können. lesen wir nicht schon seit jahren dass es ohne veränderungen früher o später knallt? egal ob wirtschaflich klimatisch sozial medizinisch. was gäbe es noch? aber klar: WIR verändern uns nicht. zumindest nicht heute. morgen vlt.
also schreibe ich eben für mich. um das erlebte zu verarbeiten. schreiben kann therapeutische wirkung haben.

meine arbeit läuft. ich habe meine weiterbildung zur traumapädagogin u -fachberaterin abgeschlossen u habe neue schülerinnen die ich im häuslichen lernen begleite. um ihnen in der schule etwas normalität erhalten zu können. mit den eltern ist eine finanzierung bzw der spiesrutenlauf durch deutschlands ämter u etablierte träger sozialer jugendhilfen ausbaldowert. es läuft also. theoretisch. die praxis hinkt immer etwas hinterher. es läuft auch in der planung für die werkstätten. mein konzept steht. u ist auf diversen schreibtischen verteilt. ich kann mich also über arbeit nicht beklagen. ich habe mittlerweile einige unerledigte posten die ich – eigentlich gerade – bearbeiten wollte. U doch schreibe ich. U wieder nicht über das was mich beschäftigt. nicht über den artikel den ich in der zeit gelesen habe in dem über ein neues gotteshaus in berlin berichtet wird in dem ein imam ein pfarrer u ein rabbi gemeinsam friedensstifter werden wollen. als diese endlich endlich sichtbar werden. nach einem sehr langen gemeinsam gegangen weg. nicht über die ersten seiten der einleitung meines trauma-fachbuches das ich mit sehr großer faszination gelesen obwohl ich die hälfte der worte im fremdbuchlexikon oder in google nachschlagen hätte müssen. auch darin ging es um das schon schwere miteinander wenn macht u wissen u ansehen in unterschiedlichen beruflichen oder elitären disziplinen – bzw der hunger danach oder die abhängigkeit davon so wichtig u groß werden dass die praxis davon o der reichtum draus oder die klienten die patienten die schüler wieder zwischen die gitter fallen. 

am ende geht es nicht um uns. die spießige bildungsbürgerliche mittelschicht die ihre schäfchen im trockenen weis u da behalten will. am ende geht es um das überstandene leid weil daraus leben erwächst. am leichtesten im miteinander. u am schönsten. vlt kommen bald auch die letzten verwaltungsfanatischen veränderungsresistenten u sicherheitsbedürftigen ämtlerinnen u ämtler auf den trichter dass das leben anderswo spielt. u wir es nur miteinander rocken können. oder halt nicht. 

ich schaue aus den durchbruchstellen im mercadendach. entfernt erinnert es an stuttgarts stadtbibliothek. u an weils schwabenbäcker am eingang des industiegebiets. so ein zwischending. ich würde gern hier bleiben. im landkreis. u hier mit meinem buissnes fussfassen. auch wenn es nicht flächendeckend erfolgreich wird. ich mag den untergrund. der himmel wirkt gerade blau durch die dachluken. fatzenblau ist er heute nicht. aber ok. ich werde mein konzept noch etwas verteilen. morgen. 

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