einmal könig sein

schwupp!

ein blonder junge schaut mich mit — entgeisterten? — nein irritierten — verwirrten! vmtl ist DAS verwirrung –  also er schaut mich mit verwirrten augen an. ein blonder junge schaut mich aus blauen augen von oben herab verwirrt an.

schwupp?

und kurzzeitig schwappt dieses gefühl auf mich zurück: bist du noch ganz bei trost? was war das denn? musste das schonwieder sein? neinneinnein! – meine augen rollen innerlich. dort klatscht auch die hand gegen die stirn. über mich und gegen meine eigene – nicht schon wieder! sei doch einfach ganz normal! reagiere wie jeder andere. ohne bing-bing klick-klack oder ta-ta. sei einfach still. bitte. einmal!! jetzt. leise!

ja, gecasht. schon wieder angesprochen.

eigentlich hab ich  – ach nein, ich hab diesen stand nicht schon von weitem gesehen. er erschien ganz plötzlich. als hätte sich der erdboden geöffnet u ihn ausgespuckt. u ich bildete mir kurzzeitig ein ich komm sicher auf die andere seite. oder kann mich unauffällig durch das getümmel schleichen. damn — ich bin mitten reingelaufen. zwei junge mädels waren mit passanten beschäftigt. hinter diesen hatte sich eben jener dritte heimtückisch versteckt. ich war chancenlos. obendrein war ich in der vorstellung meinen unsichtbarmantel übergezogen zu haben ein leichtes opfer. aber ich vergass ihn wohl wegen den beeindruckenden jungen polizisten 10m zuvor u dann kam diese falle zu plötzlich u ich war nicht wach – nicht gegenwärtig. der mantel hängt noch locker über meiner schulter. scheiße! zuspät.
also ok. um was geht es? ver.di. der kleine rote anstecker auf — irgendwo — verrät es. ach ja – die… also los!

sinkende mitgliederzahlen … miserable zustände … allen alles egal … die desinteressierte junge generation … die pflege … die wirtschaft … die selbständigen … arbeitsrecht … niedrigste löhne … nicht warten bis es zu spät ist … blablabla … w.ir komm mit!

ich höre u stimme bei einigem zu. dann erzähle ich diesem jungen der aus österreich kommt von england spricht u auf deutschen straßen für den widerstand gegen die blöden wirbt einen teil meiner geschichte. ich bin ja was gewerkschaftsarbeit betrifft nicht ganz unbeschrieben. u nicht uninteressiert. erzähle also schnell wer ich bin u was ich tat lies u tue. wie es an schulen aussieht.

ich kenne schulen. hab vieles gesehen! gute schulen schlechte schulen.

ich ziehe eine augenbraue hoch. oder sind es beide? ach echt? junge!! wie alt bist du?

geh doch mit diesem bewusstsein mal in die klasse. erzähle von …  kläre auf … lasst fächer wie religion weg!

ich erzähle ihm von den letzten die mich gecasht haben. steht auf meiner stirn eigentlich: ’sprich mich bitte auf jedenfall an!‘ ? die letzten waren die zeugen. die davor wurde vom tiger aus dem dschungel geschickt. der davor stand unter der flagge der flüchtlinge. sie war blau. wie die helme.
das stichwort mit den religionen war dumm. der noch dümmere war

so ein unnötiges fach! zeitverschwendung. es gibt viel wichtigeres!!

ach ja? ver.di stimmts? der organisierte widerstand gegen den organisierte stand. das sehen deine kollegen von nebenan anders. u ich übrigens auch. in diesem fall geht es um lebensstrategien. es geht um leben.

wir kommen vom thema ab!

nein, wir kommen ihm näher. es geht um leben.

ah: du meinst die kirchen… alle scheiße.

nein, die mein ich nicht. hase. ich meine menschen. menschenleben – nicht organisationen. fällt der groschen? kling-kling?

nein. aber seine augen wechseln erneut. von engagement u kampf zu desinteresse. leere. stumpf schaut er durch mich durch. oder über mich hinweg. er hört nicht mehr zu. hat er überhaupt zugehört? vmtl sichtet er schon einen lukrativeren passanten. er zieht sein schildchen wieder gerade u sagt tschüss. höflich.

schwuppvorbei.

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