leben

nichts neues im westen. u doch so unfassbar viel. ich habe mich heute mal wieder gefragt: warum machst du das mit der bloggerei eigentlich?
es ist in der tat gut sich hin u wieder selbst zu hinterfragen. nicht nur das was um einen rum ist. das auch. aber viel wichtiger doch die eigene person – ausnahmsweise –  das eigene sein, das eigene tun. den eigenen weg. die laufrichtung. die ausrichtung.
also, mone, warum machst du das hier eigentlich?

ich mache das, weil…
… so viele menschen gesagt haben, es ist spannend was ich mache. außergewöhnlich. weil mir das immer wieder begegnet. der weg den ich eingeschlagen habe ist spannend. ja das ist er. machmal spannender als mir lieb ist.
… weil ich dadurch lernen kann, weil ich dadurch erfahrungen mache. nicht immer die angenehmsten, aber auch durch die lernt man. manchmal am besten. was?!?
… weil es mir spass macht.
letzteres ist für mich gerade vermutlich das wichtigste. weil ich aber immer wieder zum ausgangspunkt zurück kommen mag, u das ersteres für mich war, möchte ich dieses nicht vernachlässigen.

der tag heute war aussagekräftig für meinen aktuellen gemüts-,  lern-/ seinszustand. ich habe NICHTS gemacht. nada. nüscht. nikese. u doch stimmt das so nicht. also anderst: ich habe nichts sinnvolles gemacht. nichts, das wert hat. nichts das dem wert entsprochen hat, den ich selber noch vor — hm — einigen monaten, wochen oder tagen als solchen definiert hatte.

ich bin heute morgen um halb zehn unsanft aus dem bett geschmissen worden. ja, du hast richtig gelesen. die woche beginnt u ich stehe erst um halb zehn auf. u auch dies geschah nicht freiwillig, das telefon klingelte u versetzte mich von der eine in die nächste sekunde aus meinem dämmerzustand in den allseits bekannten adrenalinüberschuss: dieses klingeln — meine mum. dass sie es ist habe ich selbstverständlich nicht voraussehen können, bin dafür aber umso dankbarer, da ich mit den sprechstundenhelferinnen meiner frauenärztin oder der frau vom schulamt – deren jeweiligen anrufe gerade ausstehen – doch nicht in der lage zu reden gewesen wäre. während des sprechens wuchs in mir das bild eines kindes, das nach dem mittagsschlaf auf dem arm seiner mutter daher kommt. den schlaf noch in den augen – nein eigentlich ohne schlaf in den augen und doch noch nicht fähig am – sich wie üblich in voller fahrt befindenden – leben teilzunehmen. es ist immer dasselbe bestimmte kind u sein bestimmter vater in deren bestimmten esszimmer das sich raum in meinem kopf nimmt. u doch sind es alle kinder, die diesen anblick bieten. auch lila. ich höre also meiner mutter zu u plötzlich wird mein blick in einer drehung zum fenster vom zentimeterhohen schnee auf meinem balkongeländer gefangen genommen. es hat geschneit. oh gott und wie! ich bin für einen moment hellwach u meine mutter unterbrochen. wir verlegen das telefonat u das was wir ausmachen wollen auf heute mittag/ abend/ morgen früh: danke! die notwendigen infos hab ich ja jetzt.
was jetzt folgt ist beispielhaft: besagtes nichts. ich mache frühstück. verbrauche mein letztes brot. ich beginne den tag mit meditieren. einbisschen. so richtig zum ruhen komme ich nicht. egal. ich sortiere endlich endlich meine chaos-bilder-erinnerungskiste u schleppe kram in den keller. ich wasche wollsachen. ich falte origami. u dann: ich gehe joggen.

die letzten beiden tagesordnungspunkte begleiten mich mehrdimensional in meinem denken. zum einen – u vlt zum wichtigsten – in der erfahrung dasselbe auszuschalten. ich habe mir aus der bücherei einige bücher über origamikunst ausgeliehen. u papier schlussendlich im internet bestellt: in tü hätte vmtl nur der monopolist unter den kreativläden eine meiner vorstellung entsprechende auswahl an origamipapier gehabt. nach einer odyssee durch die altstadt, deren asia-, bio- u bastellädchen war die einhellige meinung aller inhaber genannter: nonnenhaus. also kann ich gleich im internet bestellen. die kleinen läden u damit die große vielfalt in der kreativmaterialvertreiberlandschaft sind eh schon eingegangen. also falte ich mit original japanischem origamipapier aus dem internet nach anleitung aus der bücherei: sterne, fische u schmetterlinge. das origamifalten LERNEN (!) nach schriftlicher u graphischer anleitung ist eine kniffelige sache. mittlerweile hab ich gelernt: genaues lesen hilft, einfach nachmachen was da steht bzw abgebildet ist auch. übung macht den meister u  beides dauert. von vorneanfangen beugt nervenzusammenbrüchen vor: grundschritte nicht überblättern. anfangs ertappte ich mich immer wieder bei dem gedanken: da ist ein fehler im buch. das kann so nicht stimmen. das kann ich besser… am ende hat s doch gestimmt. manchmal muss man einfach das machen, was da steht. denken ausschalten. diesen punkt auf diesen. auch wenn es aussieht wie falsch. auch wenn es scheinbar wenig – bislang keinen sinn ergibt. u dann braucht man geduld. u genauigkeit. u immer wieder pausen. fingerfertigkeit. letzteres habe ich: geübt in 10 jahre violaspiel. wenigstens zu was nützte. die überdimensionale geige liegt seit über 10 jahre unbespielt im kasten. die finger sind immer noch geschickt. bei allem anderen muss ich üben. darf ich üben.
u dann das joggen: ich erinnere mich seit jahren an eine einzige laufeinheit im winterlich-verschneiten wald. im schönbuch – wo sonst! es war eine der schönsten die  ich je gelaufen bin – die eindrücklichste allenfalls. u doch habe ich heute bei wäsche aufhängen u sortierte erinnerungskisten in den kalten keller bringen gedacht: bei der kälte verschieb ich das eingeplante joggen. ich bin froh, dass disziplin ohne denken mehr zu sagen hatten als meine situative gefühls- u vorstellungswelt. ich war laufen. im wald. es war wunderschön. an einer kreuzung hab ich beim wiederholten male vorbeikommen die abdrücke meiner turnschue im schnee vom erstmal ausmachen können: ganz klar ein jogger – so lange schritte macht sonst nur ein riese. also auch hier: nicht nachdenken, kein zurücknehmen – machen.

zurück im warmen habe ich gekocht, gegessen, gedehnt u war einkaufen. beim aldi. in joggermontur u zu fuß. das hört sich alles einfach u normal an u ist doch alles ungewöhnlich, neu u grenzüberschreitend. für mich. ich habe auf dem hinweg zum aldi genau einen menschen auf dem gehweg getroffen. nein, das war wann anders. es gab keinen! kein mensch geht zu fuss zum aldi. aber ich dachte darüber nach jmd zu treffen. u überlegt wie der- oder diejenige wohl aussehen würde. flüchtlinge kamen mir in den sinn. oder kinder. menschen mit zeit. die es sich leiten können, zu fuss unterwegs zu sein.

was ich gerade mache ist unendlich wertvoll. u doch ist dieser wert ein ganz anderer wie der, von dem ich noch vor tagen meinte ihn in meiner pausezeit finden zu müssen. ich lebe. ich spüre wie das leben tag für tag – stunde für stunde machmal sogar – wieder oder erstmals — ? — form in mir annimmt. u dieses leben ist unabhängig von anderen menschen. unabhängig von veränderten – vorzugsweise aufsteigenden zahlen in meiner kontoübersicht. unabhängig von dingen o situationen o umständen – unabhängig von zuständen die ich verändern oder hin zum besseren entwickeln kann. unabhängig von einfluss den ich habe. ich habe ihn nämlich nicht.

dieses leben – living nicht life – ist unabhängig von dem was ich mache u leiste: wert. wunderschön. u echt. life in der nachfolge auch.

danke.

ich dusche – endlich. ich kommuniziere – per mail, whatsapp u endlich auch per telefon mit meiner mutter. ich liege auf dem sofa, schreibe u werde aufstehen um zu kochen u zu essen. ich werde falten, lesen, schreiben, korrekturlesen, film gucken oder gleich schlafen gehen. egal. ich lebe. so vor mich hin. so unfassbar wertvoll.

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