zwischenzeitlich…

… habe ich am 20. juli – ich glaube zum erstmal in meinem leben – einen roman aus der bücherei ausgeliehen. es war ein ungewohntes erlebnis. in vieler hinsicht.

in meiner kleine ortsbücherei wurde ein sehr ausgeklügeltes System etabliert. seit corona. ich glaube seit corona. ich war damals das erstemal seither dort. nachdem ich lange zeit einfach den medienkasten genutzt habe. u mich wundern musste. einige büchereien öffnen die medienkästen nur während der normalen öffnungszeiten – man normal in die Bücherei gehen kann — analog. andere öffnen ihren medienkasten nur wenn die normalen öffnungszeiten nicht sind. wie oft ich — wütend — vor geschossenen Medienkästen stand will ich lieber nicht überlegen. einmal stand ich so wütend davor dass ich fluchen musste. stimmt nicht es waren beide male. jedesmal war es mir etwas peinlich. aber auch egal.

also unserer dorfbücherei hat sich ein ampelsystem ausgedacht: man darf eintreten wenn die ampel auf grün ist. bei rot muss man warten. ich habe die ampel nicht gesehen. u bin einfach eingetreten. u habe bei meiner sofortigen entlarvung natürlich getroffen aber höflich gefragt wo ich das lichtsignal sehen kann. draußen natürlich. ich habe nochmal nachgesehen. ah ja! da. wie konnte ich das übersehen? es war rot. unmittelbar — also wirklich unmittelbar nach meinem eintreten. ich war schockiert! darf ich nun oder nicht? jaja doch kommen sie rein! ich war so schnell. ist schon rot. sie waren der letzte. oh mein gott. ist diese frau schnell. ich bin beeindruckt. o schockiert. also machte ich mich auf die suche in den sonst so bekannten örtlichkeiten. schon damals war vieles … anders. was es ja mittlerweile garnicht mehr ist. u es mag alles wohl durchdacht u seinen grund haben. ich ignoriere es. u suche bücher für ideen um mit meinen werkstattkindern etwas zu machen. ich finde einige. u ich darf mich auch ohne angepflaumt werden hinsetzten. scheinbar darf man sich in büchereien auch hinsetzten u sich in ruhe umsehen. anders als in bibliothek. dort wird man wegen hinsetzten o längerem lesen — bestimmt freundlich aber sehr bestimmt auf dies u das hingewiesen. aber auch in der Bücherei kommt bald der warnruf: deine zeit ist abgelaufen junge Dame. hä? ich? ah nein. es ist die andere junge dame. ich frage zur vorsicht wieviel zeit mir verbleibt. 10-15 min. in sehr freundlichem ton. aber sehr deutlich. ok. ich sehe also zügiger nach meinen wünschen. u gehe dann zum — abfertigungstisch. da dort eine länger schlange ist gehe ich nochmals zum bastelbuchabteil. u wieder zur büchereifrau. immer noch eine schlage. dann guck ich bei den romanen. ich ziehe mir einen den ich schon kenne u lange liebe: Haruki Murakami. alle anderen — bei keinem anderen — ich — ah nein doch nicht der — oh mein gott — was soll ich machen: die zeit rennt mir davon. wie soll ich — wie kann ich mir ein buch aussuchen wenn mir diese — frau im nacken sitzt: die über jeden leser bescheid weis! wann er gekommen ist. wie lange er noch bleiben darf. wie er heist. u dann auch noch im blick hat wer vor der türe wartet. wie lange schon. u wann er gegangen ist. u dass er doch eigentlich hätte eintreten dürfen. bzw sollen. das der ausgang nicht beim eingang ist. u — es ist unfassbar. ich bin selbst beim schreiben überfordert.

Haruki schreibt ähnlich. er schreib so ästhetisch schön dass man garnicht hinschauen kann. dass man ihn weglegen muss weil — darum. irgendwie hat sich mein geschmack verändert. was mich früher fasziniert hat lässt mich heute eher gähnen. oder — ich bauche jahre für die ersten seiten. weil jeder satz zweimal gelesen werden muss. u ich immernoch nicht wahrgenommen habe was der schreiber mir sagen will. weil hinter den 1000 worten nur 200 oder noch weniger informationen liegen. man könnte das eigentlich in 2 sätzen sagen. was er geschrieben hat. es ist zum aus der haut fahren. denn genau das mache ich auch. ich rede 500 Wörter obwohl es nur 10 sein müssten. hm… ich bin gespannt ob ich ihn durchkriege. diesen phantastischen Erzähler. ob er mich immernoch packt. ob ich die alte bin. oder doch irgendwie duschgeknallt. mit 40.

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