ich sitze in meinem lieblingscafe u trinke kaffee. den ersten dieses tages. u auch die brezel ist die erste diesen tages. das erste essen diesen tages. das erste gesunde der letzten —- 3? o 4? wobei stop: gestern gab es noch einen dicken streifen leckeren ziegenschnittkäses meiner phantastischen arbeitgebers hier in weil. der nicht nur arbeitgeber sondern auch lebensretter ist. u freund. u verwandschaft. ein hoch auf die eingesessene verwandschaft meiner familie. oh mein gott habe ich glück.

also: mein frühstück hier im schwäbischen bäckercafe in weils einfallstor zum industriegebiet. zur schwäbischen seele quasie. dem arbeiten. sollte man meinen. aber so einfach ist das nicht. die schwaben sind diffizil u vielschichtig. u sollten nicht in pauschalisierungen u klischees beurteilt werden. solange diese nicht differenziert betrachtet werden können. u dieses können – so mutet es an – ist einer besonderen spezie mensch vorenthalten. ich wollte über beides nicht schreiben. vielmehr wollte ich meinen —- ja was wollte ich eigentlich?

eigentlich wollte ich nur schreiben. im cafe sitzen u frühstücken u schreiben. nachdem ich mich endlich aufgerafft habe vom sofa auf dem ich seit —- 6 tagen hätte liegen sollen um den anfliegenden schnupfen im keim zu ersticken. da das nun erst der in summe zweite ist u auch leider nicht der zweite in folge, hat es nicht funktioniert. das auskurieren. 

u da der kühlschrank leer war habe ich mich in jogginghose u sowohl ungewaschenen als auch ungekämmten haaren zum einkaufen getraut u auf dem rückweg beim bäcker rein. ich fange mit einer butterbrezel mein gesundes essverhalten auf immer an. u lasse noch vor weihnachten die bredle (die plätzchen) u den stollen ungeachtet links liegen. u habe auch den übring gebliebenen drei gourmetpralinen auf meinem küchentisch gekonnt die kalte schulter gezeigt. u wenn das bei mir möglich ist —- sein wird —- muss es im vorfeld echt eine tragödie gewesen sein. mir war gestern übel vorlauter süßkram: nicht schlecht. kein bauchweh oder ähnliches. mir war es —- irgendwas war. irgendeine körperliche veränderung? aufgrund zu viel fett- oder zuckerkonsum u fortschreitendem alter. vlt aber auch nur einbildung o psychosomatisch? vlt war es scham über die eigene —- das eigene unvermögen? mal wieder die begegnung mit sich selbst. das gehen lassen — die faulheit? wobei faulheit – der begriff faulheit u das was ich damit verbinde u um es genau einzugrenzen: die verbindung die ich zwischen ihr u mir in diesem zusammenhang unweigerlich herstelle das muss ich entschieden zurückweisen. ich selber. mir gegenüber. ich bin nicht faul. ich bin – oh gott! u das ist es was mir in den letzten monaten – jahren schon – am häufigsten — die phrase die mir am häufigsten verbal entschlüpft: oh gott! u ich frage mich schon wieder: warum mir? also gerade mir?!? —- ich weis es nicht. ist auch egal. eigentlich alles. alles was ich gerade aufgemacht habe wäre nett geschrieben u beschrieben zu werden. gedacht u bedacht ist es ja schon. aber auch dafür ist die zeit nicht wertvoll genug.

denn mir ist gerade etwas begegnet über das ich schreiben will. wollte —seit dem es mir begegnet, ich den sachverhalt kopfschüttelnd zur kenntnis nahm u in mir zur erkenntnis wuchs.

ich war einkaufen. beim aldi. bei DEM aldi. beim sagen kommt er mir so vor als wäre er ein nachbar der heimlich gummireifen im wald entsorgt. ich bin zu ihm weil er um die ecke ist. weil ich hin laufen kann. weil dort für mich u meinen geldbeutel alles erschwinglich ist – u ich mal gedankenlos einkaufen kann. u weil man dort geld abheben kann. wenn der geldbeutel leer u man auf dem rückweg den kaffee bar zahlen muss. es war ein sehr schöner einkauf. u beim zahlen fiel mir sofort der veränderte, silbrig glänzende tascheneinräumbereich auf. dort wird dem kunden seit neuestem vom aldi zugestanden seinen einkauf in einigen sekunden oder gar minuten nach dem zahlen einzupacken. u nicht währenddessen. dies lassen die zwei einpackbereiche nach der kasse vermuten die mit einem —- die wie beim dm halt. oder beim —- die an einen auslaufbereich beim skispringen erinnern u die von der kassierin bedient werden können. ich hab mich also gefreut. erst innerlich. u da ich in den meisten situationen das nicht vom äußerlichen verhalten trennen kann kam es auch gleich aus meinem mund. oh toll! sagte ich. u irgendwas dass ich mich jetzt nichtmehr beeilen müsste. die frau an der kasse sagte: ah ja. kommt aber wieder weg. kam nicht an. WAS??! sagte ich. bei den leuten? ja. sagte sie. u ich: sind die wahnsinnig?!! mist. schon wieder zu schnell geredet. oh gott – glück gehabt: waren kaum leute drum rum. die frau war fertig mit kassieren. ich hatte noch nichtmal angefangen einzupacken. u meine einkäufe lagen im vorderen einpackbereich. keine eile. schien sie zu sagten denn sie sagte eigentlich nichts. aber sie lächelte mich an. u stoppte für einen ungewöhnlich langen moment mit ihrer sonst so gewohnheitsmässigen tätigkeit nach dem kassieren, rückgeld geben, tschüsssagen u die waren des nächsten kunden routinemässig über den scanner zu ziehen. genaugenommen konnte das innehalten weniger an der tätigkeit an sich wahrgenommen werden als an dem vermissen des fehlenden gleichförmigen pipsen des scanners. die frau hinter der kasse wandte sich auch ganz sichtbar und real mit augen u brustkorb mir zu. was mir das mist schon wieder zu schnell geredet noch präsenter werden ließ u eine prinzipielle unsicherheit in mir erzeugte die ich mit hmhmhm oder mimimi wegzuwischen oder zumindest abzuschwächen versuchte. Und dann wurde mir auch die gedankliche zuwendung der frau hinter der kasse deutlich. das ist mir egal. ich kann so oder so. sagte sie mit einem wirklich zugewandten lächeln das schon fast eine wirkliche unterhaltung anmuten lies. und die unterhaltung ging noch weiter kehrte aber zurück zum abgehobenen betrag u der anzahl der scheine. so dass sich die menschen hinter mir tatsächlich u real ins interesse schoben. sie waren verdammt schnell. o hatten es ziemlich eilig. gefühlt. ich packte meine einkäufe also selber auf die andere seite. die andern brauchten den garnicht: sie zogen nach ihrem zahlvorgang mit gepackten koffern kopfschüttelnd an mir noch immer im boxenstop befindenden kundin vorbei.

u da ist es wieder. dieses egal. im grund ist das egal. wie der schwabe ist. oder ob ich in den augen mancher menschen faul bin. ja selbst ob ich in meiner eigenen augen faul bin. oder ob ich o mein gott sage oder oh meine güte oder das schwäbische o jesses. die kassiererin kann mit allem u kann va auch damit beim gummireifen-aldi zu arbeiten. bei dem ausbeuter der nation. der aber immerhin seinen kunden mehr ruhe weitergeben wollte. die das aber nicht haben wollen. weil sie lieber wieder schnell im auto sein u deshalb lieber nicht auf den lahmen vorgänger warten wollen der verbummelt neben dem reden einzuräumen. oder auf die kassiererin die sich unverschämterweise einem kunden zu lange zuwendet. deswegen geht man ja schließlich zu aldi. wegen schnell u billig.

bei o gott hört das egal allerdings auf. für mich. oh gott kommt mir oft über die lippen. wenn zb mein notebook zuunterst im rucksack liegt u dieser beim auspacken umfällt u ich überlege wie ich das ding nachher wieder genau an diesen platz kriege. oder wenn ich rauslaufe aus besagtem lebensmitteldiscounter u in mir der verdacht aufsteigt dass vlt nicht aldi der böse ist sondern die menschen. oder ich nachdenke über das wie ich bin u wer. und mir dann wieder zum glück wieder einfällt wieviel glück ich habe jetzt endlich meinen gutbezahlten lehrerjob los u auf sozialhilfe vom amt u der familie angewiesen bin. dann —- u ja in all diesen fällten sage ich o gott. warum wohl? missbrauche ich den namen gottes? o gott! – jetzt muss der laptop wieder unter all die einkäufe…

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