in der salzlake

während ich so dahintreibe in der salzlake brennt die sonne in mein gesicht. brennen hört sich brutal an – so ist es nicht gemeint. es ist dieses heiße wohlgefühl, wenn die sonne einbisschen mehr als wohlig wärmt. wenn sie schon fast verbrennt u es doch noch nicht tut. wenn der schweiß nicht rinnt, sondern – zugegebenermaßen – vom wind weggetragen wird. wenn vor den augen nicht nur helle lichtpunkte entstehen sondern es fast so aussieht als könne man durch die geschlossenen augen sehen. es ist so warm, dass das hirn anfängt sich aufzulösen. dass die geräusche aus der umgebung verschwimmen. sich anhören wie unter wasser gesprochen. in beinahe schmerzlicher verlangsamung – nein, ihr ursprung ist garnicht mehr identifizierbar. u plötzlich realisiere ich, dass ich nicht in der salzlake treibe. ich liege auf einer luftmatratze. u nicht mein gesicht ist es, dass gerade der sonne vitamin aufsaugt. es ist der rücken. es ist die haut des rückens der dieses heute abend vmtl wieder in streifen abgezogen loswerden wird. oder ist es dann schon längst vom körper verarbeitet? u das hirn, dass sich gerade von der hitze meint aufzulösen ist es noch vom gestrigen abend. der nacht. die gefühlt erst vor einpaar stunden zu ende ging. noch aufgelöst dank der rückstände von alkohol u anderem. die geräusche sind tatsächlich keine menschlichen. es sind die kleinen wellen des wassers, die gegen die luftmatratze u die boje klatschen. plik-plik — plik-plik. plötzlich wieder sehr nah. u sehr real. sacht, leise u in immer gleichbleibendem rhythmus. die boje die das ende des schwimmbereichs u meinen ankerpunkt darstellt. weil sie meine hand – nein – weil meine hand sie hält. die hitze, die geräusche u der konsum. meine hand klebt an ihr dank der richtigen mischung aus sonne u schweiß u hält mich. was hält denn nun wen? an diesem flirrend heisen sommervormittag? oder nachmittag? auf dem wasser? bei diesem wind? irgendwie hält alles zusammen. ohne meine kraft. ohne meine gedanken, die im moment  zu — zumindest zu kaum etwas zu gebrauchen wären. danke der hitze, den geräuschen u dem konsum von alkohol u anderem letzte nacht. ich dämmere dahin. dämmere dahin. dämmere. ich drehe meinen kopf und fühle mich fast wieder dort. fühle fast wieder diese sonne auf dem rücken. höre, rieche, fühle. genieße. kann mit diesem menschen, der mit mir die boje teilt u mir gegenüber auf der luftmatratze treibt reden. oder auch schweigen. heute könnte ich reden. kommunizieren. oder schweigend dasein. damals konnte ich es nicht o war es nicht nötig. auch diese gedankenlinie fasziniert aber um sie geht es nicht. nicht jetzt. später. vlt. jetzt frage ich mich, was mich dieses gefühl vergessen lies? was mir dieses gefühl vermitteln wollte? warum sich dieses gefühl so ähnlich meinem jetzigen anfühlt? heute frage ich mich, warum ich jetzt – aus gerechnet jetzt an diese sommertage nach der schule denken muss. an dem der eine von tiefen glaubenszweifel gequält, der andere verbohrt oder in quälendem liebeskummer dahin siech u ich trotz verqualmten, feuchten u geteilten nächten o gerade wegen ihnen u entgegen meinen moralischen vorstellungen handelnd dennoch frei war. völlig neben der spur. neben meiner. schwerelos. glücklich. ich. wie entspannt in der salzlake.

vlt sind es die endorphine. freigesetzt durch sonne, sport, schokolade, sex oder – oder was? gerade habe ich nichts von allem. also können es diese nicht sein. oder?!? ich lache. meine letzten tage waren gigantisch. ich hatte einen lauf. ich habe einen lauf. nach oben u nach unten. noch ist er nicht abgebrochen. zuerst die gigantische verbindung der deutschen bahn von stg nach berlin für 18 euro. ice. einmal umsteigen. dann entgegen allen gerüchten u allem gewohnten der wiederholte anruf meines arbeitgebers, dem land, weil er meinen versetzungsantrag nicht versteht u mich nicht einfach irgendwohin versetzten – sondern meinem wunsch entgegenkommen will. der plötzliche regen als ich gerade mit dem fahrrad zum sport los wollte u die noch plötzlichere mitfahrgelegenheit. u auch zurück eine mitfahrgelegenheit u eine begegnung wie ich sie mir schöner nicht vorstellen könnte. u dann die fast verbissene suche nach den nächsten arbeitsplatz. wegen dem amt. u mir. der wahnsinn der sich wieder in meinem kopf breit machte. wieder das amt. das amt. tz… ein anerkennendes tzzz meinem gegenüber gegenüber. ein enttäuschtes, beinahe schockierendes gegenüber mir.
zufall? oder jenes — oder was?

zurück in die salzlake, die nur in entspanntem zustand genießbar ist. weil überspannungen zu ruckhafen bewegungen u damit schnell zum kippen führen u salzwasser in mund u nase gelangen kann. ekelhaft. bäh! also muss was entspannung bewirken soll in entspannter haltung genossen werden. ich lache. schonwieder. entspannung braucht zeit. ha! da hätten wir s mal wieder. für mich hat sie nun ein halbes jahr gebraucht. vmtl bin ich nicht normal.

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