still upstairs

langsam habe ich den eindruck dieses jahr raus aus dem job gleicht einem basiscamp LEBEN. ich mache grundlegende neue erfahrung.

gestern habe ich erstmals meinen boden in der wohnung nass gewischt. saugen tu ich schon regelmäßig, aber alles was mit händenassmachen zu tun hat… also leidet das bad, der abwasch u der boden. ich habe einen ziemlich runtergerockten korkboden. meine ausrede waren die flecken, die eh nicht mehr weg gehen, weil sie … also am ende waren es doch viele flecken, die weggingen – nicht nur, aber auch.
abgespült habe ich lange zeit von hand. das war wie eine therapie – spültherapie. hört sich witzig an – ist aber ernst gemeint. ich habe wertvolle zeit gewonnen. schon während dem arbeiten – glaub ich. zeit hat man nicht: man muss sie sich nehmen – dann hat man sie. oh mann wie wahr diese blöden sprüche sind!!
zum gesundenleben, zum auf sich aufpassen gehört körper UND seele. also lerne ich kochen: mit frischem gemüse u obst vom markt. seither ist der geschirrverbrauch wieder gestiegen u ich stecke einfach alles in die spülmaschine. erfolgreich sind therapeuten wenn man sie irgendwann nicht mehr braucht, was?
mein sportprogramm ist angelaufen: ich habe schon 2 wochen mit je 3 20min-läufen hinter mir. bauch- u rückenübungen zum muskelaufbauen um die wirbelsäule. ab 35 sollte man bei sport mit dem arzt rücksprache halten, gell – also manchmal ersetzten auch die richtigen freunde die ärzte. oder die richtigen sportanleiter in den vereinen. ich geh zum kraftaufbau zweimal in die stadt nach holze. danke einer alten freundin meiner schwester.

ich hab also ganz entgegengesetzt meiner natur ein bis mehrere feste termine in der woche. sporttermine. u kochtermine. u regelmäßige dates mit dem putzlumpen. geht alles auch einbisschen im freestyle. aber braucht halt doch auch einbisschen mehr struktur u disziplin. DISZIPLIN – sage ich in — wie kann ich das unverfänglich sagen: in markanter deutsche aussprache. damit habe ich kein problem. mit der disziplin meine ich. ich bin, ich kann diszipliniert sein. ich kann – ich bin deutsch. als ich mir, nach meiner trennung in berlin meinen trauvers bildlich gestaltet in herzensnähe in die haut stechen lies, sagte der stecher während des kennenlernens sei nicht so deutsch, so verkrampft — hm — hm — hm — ich könnte so weiter machen. vlt komme ich nachher drauf zurück…

wenn ich das so schreibe u immer wieder bedenke bin ich manchmal schockiert über mich. nein – eigentlich denke ich meine mutter wäre schockiert — eine schwäbische mutter wäre schockiert. meine ist nicht ganz normal schwäbisch – ich sage das ironisch, mit weilemer humor, den meine mutter manchmal  nicht versteht – verstehen kann.  ihr wisst schon was ich meine, oder? positiv, immer positiv. wenn nicht dann sag ich es schon. oder ihr merkt es. also: meine mutter hat allen wert darauf gelegt, dass ihre kinder putzen lernen: wir mussten wöchentlich das badputzen. u wir haben es GELERNT. wir durften kochen u mussten mithelfen im haushalt u immer wieder im laden meiner mutter. im verkauf. sehr selbständig. das war krass. so im rückblick. was meine mutter mir zugetraut hat. u zugemutet. die ware war nicht immer ausgeschrieben. ich kann mich noch erinnern… hach :)) was ich damit sagen will: meine eltern trifft keine schuld: alles gut gemacht, danke!

es ist – es war eher das leben. die erlebnis in der schule. als ich  ´​… upstairs`​ geschrieben habe, war ich während dem schreiben selber kurz schockiert wie das wörtchen ´tod` über die tastatur huschte. u dann gab es eine lange schreibpause. aber ja, das war es. kinder oder jugendliche erleben den tod. nicht den, körperlichen – den seelischen. u da die seele irgendwo innen ist, merken es — ja WER merkt es denn nicht? ich kann nicht sagen, dass ich keine menschen um mich hatte, die das nicht gemerkt haben. dem vorhanden gewesen sein dieser wegbegleiter begegne ich jetzt immer wieder, wenn ich hin u wieder mit alten bekannten, weggenossen spreche. vlt ist es viel schlimmer, dass du selbst es nicht merkst. weil du ja nur das eigene erleben hat. das eigene ich kennst. und sterben tut man ja auch nur einmal – dann ist man tod. das ist wieder krass. u mir fehlen die worte. —– — — ——- —

— — – — ———— ich starre aus dem fenster raus. folge dem rauch, der aus dem schornstein des hauses gegenüber aufsteigt. nur kurz, dann ist er weg – sich aufgelöst im — nein, halt jetzt ist er länger da, länger sichtbar. weil kein wind geht. NEIN ganz anderst: er hebt sich mehr ab. er bleibt länger sichtbar, wenn er sich waagrecht verwehend abhebt gegen den hintergrund des kahlen, mit einbisschen schnee gezuckerten waldes. wenn er vertikal nach oben steigt, in den grauen winterhimmel ist er – weg.

der winter ist schon krass. ich liebe ihn. ich bin fasziniert von diesem wald. der so kahl da steht. leider kann er sich nicht verstecken. u auch der viele schnee macht ihn nichtmehr zauberhaft. er ist einfach kahl. abgestorben. entzaubert. und nichtmal mahnend. kein mahnmal. und kann sich nicht verstecken. nur abgeholzt werden kann er. dann würde er fehlen.

so u jetzt sag ich noch schnell entschuldigung. ich wollte eigentlich was anderes schreiben. aber manchmal kommt es anderst als man denkt u darin hin u wieder als man will. ich wollte WEITER schreiben. weil — man angefangenes weiter machen sollte: weiter im text. das ich doch nochmal da hängenbleibe tut mir leid. wollte ich nicht.
u doch wissen wir ja, dass der wald nicht kahl bleibt, gell… da ist ja das geile!

ich springe – jetzt gleich – auf. weil ich ja weis, dass manche dinge NICHT in die spülmaschine gehören: messer, holzzeug u gusseisen. von meiner mutter gelernt. u von meinem ex-mann. also wartet der spüllappen. einen alten neuen hab ich neulich jauchzend wieder im hinteren eck einer schublade meiner küche entdeckt. ich hab mich schon gewundert: dinge können sich doch nicht in luft auflösen. also habe ich jetzt einen nigelnagelneuen. ganz ohne geld.
der tätowierer. der muss noch ne weile warten – kann er ja auch — entspannt.

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