gegangen um zu bleiben

nichts los. wenig. ich hab die letzten tage kaum was unternommen. war zuhause. mal auf besuch bei meinen eltern. oder hatte besuch von freundinnen. hm, also nichts los stimmt nicht. aber wenn ich mich an die letzten tage erinnere, sehe ich mich, wie hier zuhause war: gelesen, geschlafen, gekocht, gelaufen – langsam gemacht.

ich habe heute nach hinten u nach vorne geschaut. ich plane gerade das kommende jahr. witzig wie so eines zum anderen kommt, wenn ich fürs scheiben nochmal drüber nachdenke – ich muss lachen. schmunzeln. weil es genau das ist, was ich mir so wünsche, das, was mir so gefällt: etwas, dass einfach kommt, das sich einfach ergibt. nicht wie vom himmel gefallen, zugelaufen. sondern das sich langsam abzeichnet, geworden. u das erkennt man – also das erkenne ICH erst im hinterher. u auch das meistens nur, wenn ich nochmal drüber schreibe. deswegen schreibe ich.
also: ich habe neulich einen termin bei der bausparkasse gehabt. die wollen, dass ich meinen bausparvertrag auflöse u dann natürlich mit dem geld einen neuen mache. ich hab mir das alles angehört u bin anschließend sofort zu meinem vater gerannt. NATÜRLICH mit einer idee im kopf. mein vater sagte: hol das geld – dann schaute er mich prüfend an – wobei, dann weis ich schon was du damit machst… sein lachen war nicht — hm — es war eher – nein, das kann man nicht beschreiben. nicht mit einem wort. er sagte es, wie man es über jemand sagt, dessen handlungen einem unverständlich sind, die man sogar für absurd u wahnsinnig hält – abschätzig. bei dem man aber aufgegeben hat ihn zu belehren, dessen tun u handeln einem aber nicht egal sind. wo man sorge trägt – liebevoll. damit wirst du wahrscheinlich gleich nach israel oder irland gehn… ich wollte – ernsthaft – sagen: spinnst du… bis zum QUATSCH bin ich gekommen. dann brach ich ab. hm? wahrscheinlich genau der gleiche gedanke wie der der meinen vater zu seiner ersten reaktion auf mein bauspar-date veranlasst hat. wir können reden u denken gleichzeitig, wir wörns. ein vorteil. manchmal. und wir müssen u können dann nochmal einen schritt zurück machen. manchmal.

also bin ich gerade tatsächlich am überlegen was ich nächstes jahr machen werde. schon lange war klar, dass zu dem I aus italien noch das von israel dazukommen würde. u weil aller dinge drei sind vlt das von irland auch. allerdings möchte ich mich nicht in die reihe der „ich bin dann mal weg“-blogger einfügen. nicht weil ich partout nichts machen will, was es schon gibt, sondern weil das nicht ich bin. ja, ich habe schon seit dem jahr in kenia ein fernweh verspürt. aber ich merke immer mehr, dass die ferne zwischen den menschen hier mehr mein weh ist. wir müssen nicht weit weggehn um es schön zu haben oder andere kulturen kennen zu lernen. manchmal – meistens ist es schwerer seinen nachbarn u die verwandten kennen zu lernen. dazu muss diese ferne zwischen den menschen hier überbrückt werden… aber ich möchte eigentlich nicht darüber scheiben. genau das ist es: ich möchte raus. u doch drin bleiben. weil mir dieses land wertvoll ist. weil die menschen cool sind, die hier leben.

ich habe heute mittag meinen keller besucht. seit — hmhmhm — einigen jahren ziehe ich immer eine kiste mit um, die von umzug zu umzug wächst, die griffe sind schon gerissen u mir liegt sie schon lange auf dem gewissen: die erinnerungenkiste. bilder, briefe, karten, bücher, son zeug. heute hab ich meinen campingstuhl aufgeklappt u saß mit schal u mütze im keller. an mir zogen alte studienfreundinnen vorbei, die mit gelitten u gefeiert haben, bekanntschaften von hier u dort, liebe kolleginnen, die mich in meiner schweren zeit der scheidung mitgetragen haben, schulbankmitdrückerinnen und und und. so wertvolle menschen. zu vielen ist der kontakt abgebrochen. zu den meisten. weil — nicht zu letzt, weil das leben weiter geht. weil die arbeit zu viel ist u die zeit zu knapp.

das ist es auch, was mir immerwieder begegnet: menschen die aussteigen aussteigen, weil der leitsungsgedanke das leben erstickt. der kontakt u einem selbst nicht mehr da ist. ich habe am wochenende wieder so ein gespräch geführt – halt es waren zwei. zwei unterschiedliche. in meinen worten: work-life-balance funktioniert nicht. deswegen gehen einfach einige. innerlich oder äußerlich.
ich will nicht gehen. ich will bleiben. ich weis wer ich bin u ich weis was ich will. deswegen will ich nicht reisen um des reisens willen – abgesehen davon kann ich DAS nicht. dazu hätte ich einfach den mut nicht. u man muss nicht über jede grenze gehen. nur um sich u den anderen was zu beweisen. – ich spreche von mir! – aber ich brauche glaub ich einen tapetenwechsel.

also bin ich auf der suche nach gelegenheits-kurz-reisen. besser: aufenthalten. eine steht schon so gut wie fest: 3 monate israel. mitleben und -arbeiten in eine kommunität. irland wäre toll. III: italien, israel, irland.
„inspitation“ hat lene mir von dem spaziergang zur amalfiküste mitgebracht. würde auch zu III passen.

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