es ist herbst. als ich heut morgen noch ohne tageslicht aufgestanden bin waren zum erstmal dicke nebelschwaden vor dem fenster in meiner Dachwohnung mitten im wohngebiet. herbst würde ich sagen. irgendwie auch in mir. ich ziehe mich gerade zurück. in mir ist gerade — hm … wenn du keine zeit hast zum langsam lesen, dann hör jetzt lieber auf. dieser text ist langsam geschrieben. ich denke bei jedem satz nach. ich überlege: kann ich das so schreiben. aber noch viel mehr überlege ich: was ist das? was ist da los? was ist es das mich umtreibt? und was treibt mich um?

es gab in den letzten wochen vier punkte, die ich verfolgen wollte. die mich über dieses jahr begleiten sollten. wo ich mir wünschte, einen schritt — eine lösung zu finden. eins nach dem anderen ist weggebrochen. wie blätter die vom baum fallen. wenn die blätter weg sind, kann der lebenssaft sich zurück ziehen. zieht der saft sich zurück: so hab ich das mal in der grundschule gelernt. und so in etwa fühlt es sich an. ich habe keine energie für diese LEBENSTHEMEN. mehr. keine ambition mich aktiv darum zu kümmern. falsch. genau das ist es, was mir so schwer fällt. der drang ist wohl da. der verlust der Blätter — ob das dem baum wohl weh tut? ob es ihn schmerzt sie zu verlieren? nicht der akt – der akt des verlust an sich, aber der verlust? ich würde mega gerne weiter an dem ein oder anderen rum denken, dinge in die wege leiten. aktiv sein. aber — das wissen um … die blätter sind ab. u das schmerzt im ersten moment noch. vlt in dem moment, da ich wusste, dass sie gerade noch da waren. dass ich mit ihnen schöner ausgesehen habe. bunter. jetzt bin ich kahl. noch nicht ganz. aber das kommt noch. dass ist krass.

ich bin heute morgen aufgestanden. mein tag startet mit 20 minuten sitzten in der stille. kontemplation. ist das gleiche wie meditation, aus der christlichen mystik. sitzten vor gott. ich mache das schon seit einiger zeit. seit ich aus der gemeinsamen wohnung in stuttgart ausgezogen bin. bewusst ausgezogen. es hat mein leben gerettet. nicht die kontemplation. gott. ich habe damals tiefe zeiten der ruhe erlebt. gerade schreit meine seele. in der stille kann ich nicht zur ruhe kommen. das klingt paradox, finde ich. damals hat um mich der sturm getobt. in mir war ruhe. heute ist um mich ruhe. in mir tobt der sturm. ich kann mich nicht konzentrieren. weil alles andere so laut ist. und um mich ist es leise. still. stumm. vlt ist es gerade der sturm, der die blätter wegweht. manche, die schon lose sind, fallen leicht u schmerzlos. andere – in denen noch der saft die verbindung zum stamm aufrechterhält – kämpfen um das hängen bleiben. hängen manche blätter auch über den winter?

ich war in den letzten tagen immer mal wieder auf unterschiedlichen blogs unterwegs. es gibt ja massenhaft. :)) es gibt viele menschen, die gerade neue wege beschreiten. die gerade alternativen suchen. die gerade aussteigen. ausgestiegen sind. auf reisen gehen. alles verkaufen. minimalisten. ohne plastik leben. meditieren. nähen. schreien. es ist unglaublich. ich lese meistens nur quer. ich bin von der ungeduldigen fraktion. vmtl auch von der suchenden. aber auch von der, die ihren ansatzpunkt schon gefunden hat. auf einem blog einer reiserin die gerade auf dem jakobsweg unterwegs ist — ui cool, vlt schreibt DIE ja was über die suche nach gott. also lese ich. langsam u genauer. u stolpre über den satz… ich glaube an eine höhere instanz. nicht an gott… — — ich habe einen kommentar hinterlassen. ich habe gefragt an welche instanz denn? bisher ohne rückmeldung. u dass ist kein hinterfragen. das ist ein wissen wollen. diese INSTANZ verfolgt mich. was wenn diese INSTANZ gott ist? haha — jetzt muss ich lachen. weil ich natürlich glaube, dass diese instanz gott ist.  aber ich frage nicht, weil ich von dem gott der kirchen überzeugen will, weil ich menschen auf die richtige bahn locken will. das lässt sich heutzutage eh keiner. alle machen ihr ding. jeder so wie er will… nein ich frage, weil ich denke: lass diese instanz sein was sie wirklich ist. und nicht was wir aus ihr machen wollen, weil wir sie nicht greifen können. begreifen können. weil wir sie in den lieben gott mit langem weisen bart umgewandelt haben. o hinter kirchenmauere glauben. weil wir denken, wir wissen. wir kenne. schon gesehen. ICH denke — dachte (?) das. weil wir vlt auch einen besitzanspruch darauf erheben – wir christen.
also: an was glaubst du?

ich möchte mich viel mehr mit menschen über diese frage unterhalten, die nicht in die kirche gehen. wie mein vater. im ansatz. mit ihm hab ich die bisher gewinnbringendsten gespräche über gott gehabt.
ich wünsche mir, dass wir deutschen über diese frage diskutieren können. dass dieser gott — das göttliche — diese insantz wieder gesprächsthema wird. das es normal wird, zu fragen: was glaubst du? wie sieht dein gott aus? was gibt dir halt? sicherheit? was lenkt deinen lebensweg?

nach der stille kommt, das erste tageszeitgebet. ich hab vergessen wie es heist. dann gibt es frühstück. dann kommt das zweite. die texte sind krass. die lieder meistens auch. heute morgen habe ich gesungen: … ich will dir nah sein, ich will dir folgen, mein ganzes leben in dir verlieren… wir christen singen das so leicht. so schnell. andersrum: so schnell u so leicht.

in was will ich mein leben verlieren? ich habe es in einer beziehung verloren – lief gefahr es darin zu verlieren. wenn ich so schweigend den tag beginne – u beende -momentan, merke ich, dass ich es AUFKEINENFALL in mir verlieren möchte. zu unsicher. u in dieser instanz? die mich verfolgt? die ich zu kennen glaubte?

wer bist du? — gott?

ein teil der blätter ist noch da. ich bin aber bereit auch die fallen zu lassen. das kostet fast mehr, als den antrag auf beurlaubung zu stellen. egal. ich tu mein bestes. auch dabei,  mich auf mein innerstes zu konzentrieren.

vlt kommt ja jmd mit — —

 

was glaubst du?

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